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05. März 2009
Hatte Marx doch Recht?
Verehrte Leser,
„und Marx hatte doch Recht…“ hört und liest man immer häufiger in diesen Tagen. Jetzt werde verstaatlicht und das sei auch gut so.
 |  Markus Guhl Bundesgeschäftsführer der BDWi
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Am besten alle Banken, fordert die Linkspartei, am besten staatliche (Teil-) Kontrolle über die Unternehmen, fordert fast ein Viertel der Bevölkerung, glaubt man der jüngsten Allenbach-Umfrage.
Wer hätte gedacht, dass man sich keine zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Regimes in Osteuropa und angesichts des darbenden revolutionären Kubas ernsthaft mit Karl Marx und seinem Weltbild auseinandersetzen müsste.
Dabei wird – ob wissentlich oder nicht – in der öffentlichen Debatte einiges verkürzt. Marx’ Ideen alleine mit Verstaatlichungen in Verbindung zu bringen ist viel zu kurz gesprungen. Wenn sich heute insbesondere Politiker der Linkspartei mit immer neuen Verstaatlichungsphantasien zu Wort melden, dann geht es nicht nur um Verstaatlichung an sich. Es geht um ein anderes Gesellschaftsmodell: das des Sozialismus!
Marx gehört zu den philosophischen Wegbereitern des Sozialismus. Wenn heute oft die Aussage zu hören ist, Marx’ Ideen seien vortrefflich, nur an der Umsetzung habe es in den Zeiten der Sowjetunion und ihrer Satellitenstaaten gehapert, der reduziert ganz bewusst die Rolle von Marx: denn gerade die Umsetzung seines philosophischen Programms war Marx ein Anliegen. Das unterscheidet ihn von anderen politischen Denkern und das diskreditiert ihn auch bis heute als Philosophen. Marx machte sich nicht nur Gedanken über den Zustand der Welt, nein, er wollte sie auch bewusst verändern: die Philosophie in der Wirklichkeit aufheben. Gerade in diesem Anspruch, eine philosophische Idee von der Welt in der Realität umzusetzen, resp. durchzusetzen, liegt die Keimzelle für die Totalität des Sozialismus und des Kommunismus vergangener Tage.
Auch heute noch kann daher Marx nicht der gute „philosophische Onkel“ sein. Marx ist stets politisch und wer sich auf Marx bezieht, bezieht sich auch immer auf den Wirklichkeitsanspruch seiner Philosophie. Das aber macht Marx auch heute noch so gefährlich.
Wir sollten uns daher gut überlegen, ob wir Marx wirklich wieder in den politischen Diskurs unserer Demokratie einführen wollen!
Es grüßt aus Berlin
Markus Guhl
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