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14. Mai 2009
Konsequenzen aus der Wirtschaftskrise
Und die fundamentale Wirtschaftskrise muss auch noch als willkommener Anlass für die Forderung nach Steuergeldern herhalten.
 |  Markus Guhl Bundesgeschäftsführer der BDWi
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Verehrte Leser,
es kommt, wie es kommen musste. Der Ruf nach staatlicher Hilfe für diverse Unternehmen wird immer lauter. Opel, Schäffler, Karstadt, drei Namen, drei Firmenschicksale, die offensichtlich auf eine Insolvenz hinauslaufen – es sei denn, der Staat hilft. Und die fundamentale Wirtschaftskrise muss auch noch als willkommener Anlass für die Forderung nach Steuergeldern herhalten.
Dabei wäre das Ende dieser Firmen wohl auch ohne Krise eingetreten. Fraglich ist im Augenblick zudem, ob trotz möglicher Staatsgelder die Pleite nicht doch den Schlusspunkt setzt. Holzmann lässt grüßen.
Ja, das alles ist schon mal da gewesen. Und doch ist das besondere an dieser Situation, dass sich die verantwortlichen Firmenchefs, vor allem Manager, mit Verweis auf die Krise aus ihrer unternehmerischen Verantwortung stehlen und eigene Fehler kleinreden. Ob sie das wohl selbst glauben? Die Öffentlichkeit nimmt ihnen das längst nicht mehr ab!
Auch und vor allem die Banken und Ratingagenturen, Auslöser der Weltwirtschaftskrise, liefern die besten Beispiele für fehlendes moralisches Verantwortungsgefühl. Hier hätte man sich zahlreiche Fehlereingeständnisse und Rücktritte gewünscht. Leider meist vergeblich.
Diese Situation ist umso tragischer, da ein solches Verhalten unsere soziale Marktwirtschaft immer stärker in Misskredit bringt. Unisono ist nur noch vom Kapitalismus die Rede. Und das ist noch die mildeste Ausdrucksweise für unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Turbo-, Heuschrecken- und Monsterkapitalismus gehören in vielen (politischen) Debatten zum guten Umgangston der Diffamierung. Und Typen wie Lafontaine sprechen mittlerweile unverhohlen von der „Überwindung“ unserer Wirtschaftsordnung.
Dabei darf nicht vergessen werden, dass es die soziale Marktwirtschaft war und ist, die unserem Land die größte gesellschaftliche Wohlfahrt in der Geschichte gebracht hat und nach wie vor erhält. Ja, auch gesellschaftliche Ungleichheiten bringt unser System hervor. Aber gesellschaftliche Teilhabe kann und darf nicht nur über materielle Gleichheit definiert werden.
So muss man all denen, die die heutigen ungleichen Lebensumstände als bodenlose Ungerechtigkeit kritisieren, eines gesagt werden: Ja, es stimmt, im Unterschied dazu waren im Sozialismus alle gleich – manche aber auch gleicher – doch kritisieren durfte das niemand...
Ihr
Markus Guhl
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