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17. Dezember 2009

Krediklemme

Oftmals ist hier die Eigenkapitaldecke dünn, Forderungsausfälle führen sehr schnell in eine existenzgefährdende Lage.

Markus Guhl Bundesgeschäftsführer des BDWi

Verehrte Leser,

alle wissen, dass die große Liquiditätskrise der Wirtschaft erst für das nächste Jahr zu befürchten ist. Dies gilt vor allem für ein Szenario, nämlich dann, wenn die krisengeschüttelten Landesbanken von ihren Anteilseignern, u. a. den Sparkassen, finanziell vor dem Kollaps bewahren müssen und so weniger Kreditmittel zur Verfügung stehen.

Den kleinen Mittelstand wird dies umso härter treffen. Oftmals ist hier die Eigenkapitaldecke dünn, Forderungsausfälle führen sehr schnell in eine existenzgefährdende Lage. Nicht wenige Branchen der Dienstleistungswirtschaft, in denen wenig Kapital, dafür aber umso mehr das know how der Mitarbeiter die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges darstellt, werden von einer solchen Entwicklung massiv betroffen sein.

Die Frage lautet daher: wie kann man den kleinen und mittleren Betrieben unbürokratisch und schnell eine Liquiditätshilfe gewähren? Der Königsweg hierfür ist die Zurückverlagerung der Abführungspflicht der Sozialversicherungsbeiträge. Wir erinnern uns, dass die Große Koalition im Jahr 2005 diese Abführungspflicht nach vorne verlegt hat, um in jenem Jahr nicht zwölf sondern dreizehn Monatsbeiträge einzuziehen. Die Folge: man entzog der Wirtschaft liquide Mittel in Höhe von 20 Milliarden Euro und subventionierte dadurch die Sozialversicherung.

Jetzt in der Krise ist es Zeit, diesen zinslosen „Kredit“ zurückzuzahlen und den Fälligkeitstermin wieder nach hinten zu verlegen. Dies hätte nicht nur einen gewaltigen Finanzeffekt bei den Unternehmen. Dies würde auch zu einem großen Bürokratieabbau beitragen. Führen doch im Augenblick die Unternehmen einen Pauschalbeitrag an die Sozialversicherungsträger ab, der am Monatsende mit den tatsächlichen Lohnkosten verglichen wird, um dann eventuell Beiträge nachzuzahlen oder erstattet zu bekommen.

Nun sieht auch die Wirtschaft, dass ein solcher Vorschlag finanzpolitisch schwer umzusetzen ist. Daher ist die Überlegung der Bündnisgrünen, eine zeitweilige dreimonatige Stundung der Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern zu ermöglichen, ein zwar wenig elegantes, im Zweifel aber nützliches Mittel, um Liquidität im Mittelstand zu generieren.

Die Bundesregierung sollte diesen Vorschlag aufgreifen. Denn im Gegensatz zu den Bankenhilfen handelt es sich hierbei nur um „peanuts“.

Frohe Weihnachten wünscht

Markus Guhl


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